Checkliste „Umweltschutz“ für Handwerksbetriebe

Der erste Schritt zur Rechtssicherheit im Umweltschutz

Diese Checkliste soll Ihnen helfen, umweltschutzbezogene Fragestellungen und Vorgänge im Unternehmen zu erkennen, vorhandene Daten zu erfassen und erforderliche Maßnahmen einzuleiten. Der vorliegende Fragenkatalog behandelt neben umweltrechtlichen Gesichtspunkten auch technische und organisatorische Probleme des betrieblichen Umweltschutzes. Der Schwerpunkt wurde auf die Herstellung eines rechtssicheren Zustandes gelegt, denn dadurch wird es möglich, langfristig den Unternehmensstandort zu sichern und Nachbarschaftskonflikte zu vermeiden. Handlungsbedarf wird es in jedem Unternehmen geben, ob bei der Betrachtung eines bereits bestehenden Handwerksbetriebes, bei Standortwechsel, Erweiterung oder einer geplanten Neugründung. Bei der  Beantwortung nachfolgender Fragen werden Sie auf Gesichtspunkte stoßen, die für Ihren konkreten Standort oder die Arbeit auf der Baustelle einer näheren Erläuterung bedürfen. Die Umweltberatung der Handwerkskammer Chemnitz unterstützt Sie gern. Wichtige Rechtsgrundlagen können Sie auszugsweise bei der Umweltberaterin der Handwerkskammer anfordern bzw. über den Fachbuchhandel erwerben. An einigen Stellen finden Sie hinterlegte Begriffserklärungen, Fundstellenhinweise oder Grenzwerte.

Die tabellarische Form der Checkliste (als Word-Datei: Checkliste-Umwelt)ermöglicht Ihnen, in übersichtlicher Form selbst eine Ist-Zustandserfassung zum Umweltschutz im Unternehmen durchzuführen, vorausschauend zu planen und erforderliche Informationen zu beschaffen:

Allgemeines

 Bemerkungen

Existiert im Betrieb ein Verzeichnis der wichtigsten umweltrechtlich  relevanten Vorschriften ?  
Gibt es eine verantwortliche Person für den Bereich Umweltschutz?  
Gibt es bereits innerbetriebliche Regelungen oder  Anweisungen zum Umweltschutz?  
Ist es sinnvoll / erforderlich einen Mitarbeiter zu schulen?  
Kann „Umweltschutz“ ein Geschäftsfeld des Unternehmens werden?  
Haben sich Kunden bzw. Auftraggeber bereits für Umweltschutzmaßnahmen in ihrem Unternehmen interessiert bzw. Fragen nach Umwelteigenschaften ihrer Produkte gestellt?  
   

Immissionsschutz (Lärm, Staub, Gerüche)

Bemerkungen

Wie ist das Bebauungsgebiet des Betriebsstandortes ausgewiesen?  

(Bei Übernahme von alten Gewerbestandorten ist zu prüfen, ob eine Nutzungsänderung nach  BauNVO vorliegt.)

 

Welche Lärmgrenzwerte gelten für meinen Standort 

 

Ist eine Veränderung durch städtebauliche Überplanung zu erwarten, die den Betriebsstandort gefährden könnte 

 

Besteht Wohnbebauung im Nahbereich des Betriebes?

 

Könnten Nachbarschaftsbeschwerden durch Lärm- Staub- oder Geruchsbelästigung ausgelöst werden?

 

Welche vorbeugenden Maßnahmen technischer oder organisatorischer Art können getroffen werden?

 

Werden genehmigungsbedürftige Anlagen nach BimschG betrieben oder sollen im Rahmen einer Erweiterung entstehen?

 

Sind besondere Abluftanlagen erforderlich und bautechnisch auf dem Grundstück zu realisieren?

 

Können An- und Auslieferungen zu lärmbedingten Nachbarschaftskonflikten führen?

 

Können Zufahrten anders gelegt werden?

 

Sind lärmintensive Ladetätigkeiten oder produktive Arbeiten im Freien vorgesehen?

 
   

Abfallwirtschaft 

Bemerkungen

Sind Ihnen die wichtigsten Regelungen der Abfallgesetzgebung bekannt?

 

Welche Abfälle  entstehen im Betrieb (in welchen Mengen)?

 

Ist die Abfallsatzung der Standortgemeinde/ des Zweckverbandes bekannt?

 

Welche Abfälle sind von der kommunalen Entsorgungspflicht ausgenommen?

 

Wie kann die Entsorgung der ausgenommenen Abfälle erfolgen?

 

Liegt eine aktuelle Übersicht in Form eines Nachweisbuches vor?

 

Ist den Nachweispapieren eine Kopie des Genehmigungsbescheides des Regierungspräsidiums für den Entsorger beigefügt?

 

Welche Behältnisse sind für die Lagerung und Getrenntsammlung erforderlich?

 

Wie hoch sind die Entsorgungskosten?

 

Können die Abfälle einer Verwertung zugeführt werden?

 

Existieren im Unternehmen Vermeidungspotentiale für bestimmte Abfälle?

 

Sind Sie verpflichtet, Abfallbilanzen und / oder Abfallkonzepte zu erstellen?

 

Gibt es auf dem Betriebsgelände Bodenkontaminationen/Altlasten?

 

Müssen vorbeugende Maßnahmen gegen die Entstehung von Altlasten ergriffen werden?

 
   

Gefahrstoffe 

Bemerkungen

Welche Gefahrstoffe werden im Betrieb verwendet, gelagert, transportiert?

 

Gibt es ein Gefahrstoffverzeichnis im Betrieb?

 

Können diese Stoffe durch weniger gefährliche ersetzt werden?

 

Gibt es im Unternehmen Betriebsanweisungen für den Umgang mit  Gefahrstoffen?

 

Sind die erforderlichen Schutzmittel/ Persönlichen Schutzausrüstungen für die Arbeitnehmer vorhanden?

 

Müssen Technische Regeln für den Umgang mit Gefahrstoffen  (TRGS) beachtet werden?

 

Müssen bestimmte Arbeiten beim Gewerbeaufsichtsamt angezeigt werden?

 
   

Abwasser / Lagerung wassergefährdender Stoffe 

Bemerkungen

Liegt der Betrieb in einem Wasserschutzgebiet?

 

Welche wassergefährdende Stoffe finden im Betrieb Verwendung?

 

Fällt schadstoffbelastetes Abwasser an?

 
Ist eine Einleitungsgenehmigung für das betriebliche Abwasser durch den Abwassernetzbetreiber erteilt worden und eine Anzeige über die Abwassereinleitung bei der unteren Wasserbehörde erfolgt?  

Liegt eine Erlaubnis zum Einleiten des betrieblichen Abwassers in ein Gewässer vor (Direkteinleiter)?

 

Wird eine eigene Abwasserbehandlungsanlage betrieben?

 

Gibt es eine verantwortliche Person für die Eigenkontrolle dieser Anlage?

 
Werden wassergefährdende Stoffe gelagert und entspricht die Lagerung dem Vorsorgegrundsatz nach Wasserhaushaltsgesetz bzw. den Bestimmungen der Sächsischen VAwS?  
Wurde ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb abgeschlossen?  

Besteht die Möglichkeit von Wassersparmaßnahmen, zum Beispiel durch Regenwassernutzung, Kondensat- Rückgewinnung, Kreislaufführung?

 

Sie wünschen eine persönliche Beratung? Bitte vereinbaren Sie einen Termin, gern auch vor Ort im Unternehmen. Kurzauskünfte sind ebenso per Telefon, Fax oder eMail möglich.