Zu Beginn des Ausbildungsjahres im Handwerk verzeichnet die Handwerkskammer Chemnitz in ihrem Bezirk einen Rückgang der eingetragenen Ausbildungsverhältnisse. Zum 31. August 2026 wurden insgesamt 1.942 abgeschlossene Lehrverträge im Handwerk der Region gezählt. Das sind 6,8 Prozent weniger als im Vorjahr zum gleichen Zeitpunkt. Damals waren 2.084 Verträge gemeldet worden.
Die Top 5 der Ausbildungsberufe im Jahr 2026 sind bisher Kraftfahrzeugmechatroniker (Gesamt: 345), gefolgt von Elektronikern (Gesamt: 166), Anlagenmechaniker für SHK-Technik (Gesamt: 149), Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk (Gesamt: 109) sowie Tischler (Gesamt: 79). Unter den neuen Auszubildenden sind 397 weiblich. Insgesamt wurden in diesem Jahr bisher Ausbildungsverträge in 94 Berufen abgeschlossen. 147 Betriebe bildeten erstmalig aus. 200 Abiturienten haben Berufsausbildungsverträge im Handwerk im Kammerbezirk Chemnitz unterschrieben.
Aktuell sind in der Online-Lehrstellenbörse der Handwerkskammer 415 Stellenausschreibungen zu finden.
Handwerkskammerpräsident Frank Wagner erklärt dazu: „Nachdem wir im vergangenen Jahr noch ein deutliches Plus bei den neu eingetragenen Ausbildungsverträgen verzeichnen konnten, ist die Entwicklung in diesem Jahr aktuell rückläufig. Das kann nur eine Momentaufnahme sein, zumal allein bei der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer noch über 400 Stellenangebote zu finden sind. Daher kann sich noch viel verändern – hoffentlich natürlich nach oben, so wie im letzten Jahr, wo durchgängig ein deutliches Plus zu verzeichnen war. Das letzte Jahr ist auch der Beweis, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe weiterhin hoch ist. Nichtsdestotrotz darf man den aktuellen Trend nicht klein reden. Was jetzt umso wichtiger ist: Es muss noch mehr in die duale Berufsausbildung investiert werden. Das fängt bei der Berufsorientierung an. Warum zum Beispiel sperrt sich der Freistaat weiterhin gegen eine Prämie für Ferienpraktika im Handwerk? Dies ist ein wirksames Instrument, um junge Menschen an das Handwerk heranzuführen. Andere Bundesländer gehen diesen Weg schon länger und berichten, dass man mit geringem finanziellen Aufwand sehr viel erreichen kann. Gleichzeitig dürfen auch die etablierten Strukturen innerhalb der dualen Berufsausbildung nicht geschwächt werden, das heißt vor allem: keine Mittelkürzungen bei der Überbetrieblichen Lehrunterweisung! Denn sowohl Bund als auch Land unterliegen gerade der Versuchung, an dieser Stelle im Haushalt zu kürzen. Das wäre ein fatales Signal – zuallererst an die Auszubildenden, aber auch an die Betriebe.“
