Umweltpreise für 14 Handwerksunternehmen

Nachhaltigkeit, Innovation und Verantwortung ausgezeichnet

19. Umweltpreisverleihung der Handwerkskammer Chemnitz

Handwerk zeigt Zukunft: Nachhaltigkeit, Innovation und Verantwortung ausgezeichnet

Bereits zum 19. Mal seit der politischen Wende hat die Handwerkskammer Chemnitz ihre Umweltpreise verliehen. Insgesamt 15 Unternehmen hatten sich in diesem Jahr beworben. Die Jury zeichnete 14 Betriebe mit Preisen oder Anerkennungen sowie ein Unternehmen mit einem Sonderpreis aus. Die Prämierung erfolgte in den Kategorien „Nachhaltige Unternehmensführung“, „Innovation“, „Energie und Klimaschutz“ sowie „Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung“.

Hintergrund: Mit dem Umweltpreis würdigt die Handwerkskammer herausragende Leistungen im betrieblichen Umweltschutz und macht vorbildliche Lösungen sichtbar. Ziel ist es, Innovationen anzuregen und nachhaltiges Wirtschaften im Handwerk weiter zu stärken. Alle Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Chemnitz  können sich um den mit 5.000 Euro dotierten Preis bewerben. Er kann zwischen mehreren Preisträgern aufgeteilt werden. Ausdrücklich zur Teilnahme aufgerufen sind Innungen, Netzwerke  und kooperativ zusammenarbeitende Handwerksunternehmen. 

Folgende Preise und Anerkennungen wurden übergeben:

Kategorie: Nachhaltige Unternehmensführung

Preisträger:

  • Didssun Karosserie- & Lackiermeisterbetrieb | 08468 Heinsdorfergrund
  • Hans-Jürgen Müller GmbH & Co. KG | 08328 Stützengrün
  • Reichenbacher Wurstfabrik Walter Schaller e.K. | 08468 Reichenbach/Vogtland

Kategorie: Innovation

Preisträger:

  • Holzbau Kretschmar | 09481 Scheibenberg
  • Lippmann GmbH Elektroinstallation und Anlagenbau | 08060 Zwickau

Anerkennung:

  • Werner Chr. Schmidt Mundstücke und Metallblasinstrumente | 08258 Markneukirchen

Kategorie: Energie und Klimaschutz

Preisträger:

  • Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH | 09514 Pockau –Lengefeld

     

    Anerkennung:

  • DMITEC GmbH | 08297 Zwönitz

Kategorie: Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung

Preisträger:

  • HOLZwerkstatt Markus Trommer | 08304 Schönheide
  • André und Thomas Becher GbR | 08297 Zwönitz

Anerkennungen:

  • Wunderlichs Backstuben | 08606 Oelsnitz/Vogtland
  • CMF Oberflächenbeschichtung GmbH | 09244 Lichtenau
  • Toni Kühn, Brettwerk | 09249 Taura

Sonderpreis: Integration von Umweltschutz in die Ausbildung

  • Gemeinhardt Service GmbH | 04741 Roßwein

Die Preisträger im Detail:

 

Nachhaltiges Gesamtkonzept als Modell für die Branche: Didssun Karosserie- & Lackiermeisterbetrieb

Der Didssun Karosserie- & Lackiermeisterbetrieb setzt neue Maßstäbe für nachhaltiges Wirtschaften im Kfz-Handwerk. Mit dem Aufbau eines CO₂-neutralen Unfallreparaturzentrums entsteht ein ganzheitlich durchdachter Modellbetrieb, der ökologische, wirtschaftliche und soziale Aspekte vereint. Das Unternehmen kombiniert energieeffiziente Bauweise im Passivhausstandard mit innovativer Gebäudetechnik, Photovoltaik und Wärmepumpen. Besonders hervorzuheben sind die konsequente Kreislaufwirtschaft, der Einsatz gebrauchter Ersatzteile sowie lösemittelfreier Materialien. Auch Biodiversität, Mitarbeiterzufriedenheit und moderne Arbeitskonzepte werden aktiv gefördert. Mit einem eigenen Bildungszentrum und der Beteiligung an der Entwicklung eines branchenspezifischen Nachhaltigkeitstools geht das Engagement weit über den eigenen Betrieb hinaus und hat Vorbildcharakter für die gesamte Branche.

Ressourcenschonender Neubau mit Vorbildwirkung: Hans-Jürgen Müller GmbH & Co. KG

Die Hans-Jürgen Müller GmbH & Co. KG überzeugt mit einem konsequent nachhaltigen Firmenneubau in Holzbauweise und innovativer Gebäudetechnik. Der Fokus lag auf regionalen Materialien, kurzen Transportwegen und einer energieeffizienten Bauweise. Eine Kombination aus Erdwärme, Photovoltaik und optimierter Lüftungstechnik ermöglicht eine klimaneutrale Temperierung der Produktionshalle. Ergänzend verfolgt das Unternehmen eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die von CO₂-neutralem Strom über Verpackungsreduktion bis hin zu regionalen Lieferketten reicht. Produkte werden langlebig und reparierbar konzipiert. Das kontinuierliche Engagement und die konsequente Weiterentwicklung machen das Unternehmen besonders preiswürdig.

Tradition und Nachhaltigkeit in perfekter Balance: Reichenbacher Wurstfabrik Walter Schaller

Die Reichenbacher Wurstfabrik steht für nachhaltige Unternehmensführung über Generationen hinweg. Das Familienunternehmen verbindet wirtschaftlichen Erfolg mit sozialer Verantwortung und aktivem Umweltschutz. Moderne Technik, ressourcenschonende Produktion und erneuerbare Energien gehen Hand in Hand mit regionalen Wertschöpfungsketten und langfristigen Geschäftsbeziehungen. Besonders hervorzuheben ist die strategische Weiterentwicklung im Rahmen des „Nachhaltigkeitscheck 360 Grad“. Die Verbindung von Tradition und Innovation sowie das ausgeprägte Verantwortungsbewusstsein gegenüber Mitarbeitenden und der Region machen den Betrieb zu einem beispielhaften Vertreter nachhaltigen Handwerks.

Zukunft des Bauens neu gedacht: Holzbau Kretschmar

Mit dem Forschungsprojekt „RealLab FTC One“ setzt Holzbau Kretschmar Maßstäbe im nachhaltigen Bauen. Ziel ist die Entwicklung innovativer Holzbautechnologien unter Berücksichtigung des klimabedingten Waldumbaus. Das Projekt erforscht den Einsatz regionaler Laub- und Mischhölzer und verzichtet bewusst auf Klebeverbindungen. Als lebendes Labor hat es Strahlkraft weit über den eigenen Betrieb hinaus. Durch die enge Zusammenarbeit mit der Wissenschaft und die vorausschauende Ausrichtung leistet das Unternehmen einen entscheidenden Beitrag zur Transformation der gesamten Baubranche.

Innovative Lösung für die Kreislaufwirtschaft: Lippmann GmbH Elektroinstallation und Anlagenbau

Die Lippmann GmbH wurde für die Entwicklung eines automatisierten Hochvolt-Batterie-Entladers ausgezeichnet. Das System ermöglicht die sichere Entladung von Lithium-Ionen-Batterien und speist die gewonnene Energie zurück ins Netz. Damit schließt das Unternehmen eine wichtige Lücke im Recyclingprozess und stärkt die Kreislaufwirtschaft. Neben ökologischen Vorteilen bietet die Innovation auch hohe Sicherheitsstandards und wirtschaftliche Effizienz. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie technische Innovation aus dem Handwerk zur Lösung zentraler Zukunftsfragen beitragen kann.

Technologischer Fortschritt im Instrumentenbau: Werner Chr. Schmidt Mundstücke und Metallblasinstrumente

Bereits 2024 erhielt das Unternehmen den Umweltpreis der Kammer für eine blei- und nickelfreie Trompete. Mit der Entwicklung eines blei- und nickelfreien Doppelhorns setzt das Unternehmen neue Maßstäbe im Metallblasinstrumentenbau. Die Innovation verbindet gesundheitliche und ökologische Vorteile mit höchster handwerklicher Qualität. Als weltweit einzigartiges Produkt zeigt es, wie traditionelle Branchen durch konsequente Weiterentwicklung zukunftsfähig bleiben. Das Projekt steht exemplarisch für Innovationskraft „Made in Sachsen“.

Effiziente Wärmenutzung als Zukunftsmodell: Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH

Die Pockauer Werkzeugbau Oertel GmbH überzeugt mit einem umfassenden Konzept zur Energieeinsparung in gewerblichen Bestandsgebäuden. Durch Wärmerückgewinnung, Energiemanagement und innovative Speicherlösungen konnten erhebliche Einsparungen bei Energieverbrauch und CO₂-Emissionen erzielt werden. Das Projekt ist besonders praxisnah und auf andere Betriebe übertragbar. Gleichzeitig ist das Unternehmen Vorreiter im Bereich Nachhaltigkeitsberichterstattung und strategischer Unternehmensentwicklung.

Ganzheitliches Energiekonzept im Betrieb: DMITEC GmbH

Die DMITEC GmbH setzt auf eine Kombination aus Energieeinsparung, Eigenstromerzeugung und innovativer Gebäudetechnik. Photovoltaik, Speicherlösungen und Wärmerückgewinnung sorgen für eine effiziente Nutzung von Energie. Ergänzt wird das Engagement durch regionale Lieferbeziehungen und nachhaltige Dienstleistungen. Das Unternehmen zeigt, wie Energie- und Klimaschutz konsequent in den Betriebsalltag integriert werden können.

Altholz als wertvolle Ressource: HOLZwerkstatt Markus Trommer

Die HOLZwerkstatt Markus Trommer setzt konsequent auf die Wiederverwendung von Altholz und schafft daraus hochwertige Möbel und Innenausbauten. Durch die vollständige Substitution von Frischholz werden Ressourcen geschont und CO₂ langfristig gebunden. Das Unternehmen leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zeigt gleichzeitig eine besondere Wertschätzung für den Werkstoff Holz.

Regionale Wertschöpfung ohne Umwege: André und Thomas Becher GbR

Der Betrieb verfolgt eine vollständig regionale und geschlossene Lieferkette im Holzbau. Vom Baum im eigenen Wald bis zum fertigen Bauteil erfolgen alle Arbeitsschritte im eigenen Unternehmen. Reststoffe werden energetisch genutzt und in den Produktionskreislauf integriert. Dieses konsequente Denken in Kreisläufen reduziert Emissionen und stärkt die regionale Wirtschaft.

Nachhaltigkeit aus Überzeugung: Wunderlichs Backstuben

Wunderlichs Backstuben verbinden traditionelle Backkunst mit regionalen Rohstoffen und nachhaltigen Produktionsprozessen. Eigene Anbauflächen, kurze Lieferketten und energieeffiziente Technologien prägen das Konzept. Gleichzeitig werden soziale Aspekte wie bessere Arbeitszeiten für Mitarbeitende berücksichtigt. Das Unternehmen zeigt, wie Nachhaltigkeit zur gelebten Unternehmensphilosophie wird.

Kreislauffähiges Bauen im Bestand: CMF Oberflächenbeschichtung GmbH

Mit der Aufstockung eines Bestandsgebäudes in Holz100-Bauweise setzt die CMF GmbH auf vollständig kreislauffähige Konstruktionen. Ergänzt durch eine leistungsstarke Photovoltaikanlage wird die Energieeffizienz des Unternehmens deutlich verbessert. Das Projekt zeigt, wie nachhaltiges Bauen auch im Bestand erfolgreich umgesetzt werden kann.

Rückbesinnung auf ursprüngliches Bauen: Toni Kühn, Brettwerk

Durch die Neuausrichtung auf den Blockhausbau mit regionalen Rundstämmen verfolgt das Unternehmen einen besonders ressourcenschonenden Ansatz. Der Verzicht auf industrielle Verarbeitungsschritte reduziert den Energieeinsatz erheblich. Gleichzeitig entstehen langlebige Gebäude mit hoher ökologischer Qualität. Das Projekt steht für einen bewussten und ursprünglichen Umgang mit dem Werkstoff Holz.

Nachhaltigkeit in der Ausbildung verankert: Gemeinhardt Service GmbH

Die Gemeinhardt Service GmbH wurde für die beispielhafte Integration von Umweltschutz in die Ausbildung ausgezeichnet. Auszubildende werden aktiv in nachhaltige Projekte eingebunden, übernehmen Verantwortung und entwickeln ein Bewusstsein für Umweltfragen. Pflanzaktionen, regionale Kooperationen und praktische Projekte machen Nachhaltigkeit erlebbar. Das Engagement zeigt, wie wichtig die Verknüpfung von Fachkräfteentwicklung und Umweltbildung für die Zukunft ist.