Man unterstütze Wirtschaftsförderung, vor allem auch bei für die Region wichtigen Arbeitgebern und letztlich auch Steuerzahlern.
Nicht nachvollziehbar ist allerdings, dass ein Unternehmen, das weltweit einen Umsatzerlös von fast 240 Milliarden Euro vorweist, in Deutschland fast 300.000 und in Sachsen fast 10.000 Mitarbeiter beschäftigt, hier mit einem Millionenbetrag gefördert wird. Der Unmut besteht nämlich aktuell vor allem darin, dass der Freistaat Sachsen sich mit Verweis auf fehlende Haushaltsmittel gleichzeitig nicht in der Lage sieht, die vom Bund im Haushalt für 2026 eingestellte Erhöhung der Förderung der überbetrieblichen beruflichen Bildung im Handwerk (ÜLU) ebenso anzupassen. Für den Kammerbezirk Chemnitz mit seinen rund 21.500 Mitgliedsbetrieben wäre dies beispielsweise in der Fachstufe ein Betrag im mittleren sechstelligen Bereich zusätzlich gewesen.
Dass diese Berufsausbildung elementar für den Wirtschaftsstandort ist, steht außer Frage. Auch die Volkswagen Sachsen AG profitiert davon: Sei es, weil ausgebildete Handwerkerinnen und Handwerker direkt im Unternehmen arbeiten, weil Zulieferer der verschiedensten Branchen ohne das Handwerk nicht existieren könnten oder weil auch die VW-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Alltag auf das Handwerk angewiesen sind.
Präsident Wagner macht deutlich, dass er Handwerk und das konkrete Beispiel Volkswagen Sachsen GmbH nicht gegeneinander ausspielen möchte. Die ungleiche Behandlung sorgt aber wiederum für erheblichen Unmut. Dies betrifft ja nicht nur das geschilderte konkrete Beispiel der ÜLU. Auch weniger Haushaltsmittel für etablierte Förderprogramme, fehlende Lehrer an Schulen oder niedrige Investitionsquoten führen zu der Frage: Wo setzt der Freistaat noch Prioritäten?
Die Beantwortung dieser Frage ist man den Mitgliedsbetrieben schuldig, die genauso unter der aktuellen wirtschaftlichen Lage leiden und auf einen Aufschwung hoffen. Dieser kann aber nur gelingen, wenn der Fokus auf der gesamten sächsischen Wirtschaft und nicht nur auf Einzelnen liegt.

