Bild vom Verwaltungsgebäude der Handwerkskammer Chemnitz
© Schmidtfoto-Chemnitz

Bundesregierung hält erneut Zusagen aus Koalitionsvertrag nicht ein

Zum Referentenentwurf zur Einführung einer Kassenpflicht sagt Uwe Nostitz, Präsident des Sächsischen Handwerkstages:

Logo Sächsischer Handwerkstag. Das ist die Dachorganisation vom sächsischen Handwerk.

„Zum wiederholten Male hält die Bundesregierung Zusagen aus dem Koalitionsvertrag nicht ein. Anstatt die Bonpflicht wie versprochen abzuschaffen, sollen Belege ab dem 1. Januar 2028 zwingend in digitaler Form bereitgestellt werden (Belegbereitstellungspflicht). Zudem werden die Sanktionen ausgeweitet. Ein Verstoß soll als Ordnungswidrigkeit mit bis zu 5.000 Euro geahndet werden können. Hinzu kommt die Einführung einer Kassenpflicht ab einem Umsatz von 100.000 Euro.

In dem Gesetzentwurf zeigt sich erneut das große Misstrauen der Politik gegenüber der Wirtschaft. Anstatt die Unternehmen zu entlasten, schafft das Bundesfinanzministerium neuen bürokratischen Aufwand und verschärft die Rechtsprechung. Der Entwurf muss dringend nachgebessert werden.

Die Umstellung auf den digitalen Bon und die Einführung der Kassenpflicht verursachen in den Betrieben zum Teil bedeutsame Kosten. Das trifft die Unternehmen in einer konjunkturellen Schieflage. Anstatt sich immer neue Pflichten auszudenken, sollte die Koalition alles dafür tun, Wirtschaftswachstum zu generieren. Mit den bisherigen Reformen bleibt sie weit hinter diesem Ziel zurück.“

Hintergrund

Aktuell können Belege in Papierform oder mit Zustimmung des Kunden auch in digitaler Form ausgegeben werden. Statt einer Abschaffung der Belegausgabepflicht sollen Belege ab dem 1. Januar 2028 zwingend in digitaler Form bereitgestellt werden (Belegbereitstellungspflicht).