Die Zahl der Meisterbetriebe im sächsischen Handwerk ist weiter rückläufig. Insgesamt 36.834 zulassungspflichtige Unternehmen (Anlage A) waren zum 31. Dezember 2025 im Freistaat tätig. Das sind 738 (knapp 2 Prozent) weniger im Vergleich zu Ende 2024, wie aus den Statistiken des Sächsischen Handwerkstages (SHT) hervorgeht. Gründe sind altersbedingte Aufgaben und fehlende Unternehmensnachfolger. Rund 19.000 Handwerksbetriebe in Sachsen stehen in den kommenden zehn Jahren zur Übergabe an. Damit verbunden sind knapp 78.000 Arbeitsplätze und ein Umsatzvolumen von etwa 12,6 Milliarden Euro.
Die deutlichsten Rückgänge im Jahr 2025 gab es im Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerhandwerk. Seit Wiedereinführung der Meisterpflicht im Jahr 2020 sinkt in dem Gewerk die Zahl der Unternehmen (-193 im Berichtszeitraum). Lange Zeit boomte der Bereich in Sachsen. Allerdings waren es hauptsächlich Soloselbstständige, die sich auf den Weg machten. Ausbildung, Beschäftigung und auch die Qualität der Arbeit blieben auf der Strecke.
Rückläufige Betriebszahlen wiesen im vergangenen Jahr auch das Bauhandwerk (-113 Unternehmen), das Installateurhandwerk (-53) sowie das Maler- und Lackiererhandwerk (-52) auf. Angesichts schwacher Konjunkturzahlen fällt es immer schwieriger, die Unternehmen an einen Nachfolger zu übergeben. Die hohe Bürokratie und die unsicheren Wirtschaftsprognosen schrecken qualifizierte Handwerker vor dem Aufbau einer Selbstständigkeit ab.
Im zulassungsfreien Handwerk stiegen im letzten Jahr die Betriebszahlen um 551 Unternehmen an. Besonders beliebt waren die Branchen Kosmetiker und Fotografen. Hier geht der Trend dazu, sein Hobby und seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Das geschieht häufig erst einmal im Nebengewerbe.
„Der Herbst der Reformen entfachte nicht mal ein laues Lüftchen“, sagt Andreas Brzezinski, Sprecher des SHT-Geschäftsführerkollegiums. „Statt großer Worte brauchen wir endlich Taten, die im Alltag der Unternehmen ankommen. Nur mit einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum werden wir es schaffen, die Unternehmenszahlen und damit auch die Beschäftigtenzahlen in Sachsen stabil zu halten. Davon profitiert die gesamte Gesellschaft.“
Hintergrund:
Mit rund 68 Prozent wird die Unternehmenslandschaft im Handwerk überwiegend von zulassungspflichtigen Gewerken geprägt. Als größte Landeshandwerksorganisation im Osten Deutschlands vertritt der Sächsische Handwerkstag aktuell mehr als 54.000 Handwerksbetriebe, in denen etwa 280.000 Menschen beschäftigt sind. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen Umsatz von knapp 36 Milliarden Euro.
