
Simon Hegel
Simon Hegel aus Treuen ist Tischlermeister und kein Fan von Stillstand. Was Wissen und Meisterschule für ihn so besonders machen
Im August 2024 präsentierte er sein Meisterstück im Bürgergarten Stollberg. Ein Sideboard in Eiche und olivfarbenem Möbellinoleum, das ihm die Nominierung für den Sächsischen Meisterpreis im Tischlerhandwerk einbrachte. Heute verfolgt Simon Hegel aus Treuen neue Ziele und weiß genau, warum er den Meisterbrief dafür machte.
Nach dem Oberschulabschluss, den er mit 1,0 beendete, absolvierte der 23-Jährige seine berufliche Ausbildung bei der Treppenbau & Tischlerei Marquardt in Rebesgrün – auch wenn es für ihn beinahe in die Forstwirtschaft gegangen wäre. „Zuhause habe ich selbst immer handwerklich gearbeitet, da fiel mir die Entscheidung nicht schwer. Außerdem sind die Arbeitsplätze als Revierförster begrenzt. Also habe ich mir gesagt: Ehe ich später mal das studiere und dann nichts finde, mache ich lieber das, was aus Holz gemacht wird“, erzählt der Vogtländer. Schon damals hatte Simon Hegel das Bedürfnis, sich ständig weiterzubilden und seine handwerklichen Fähigkeiten zu verbessern. Nicht zuletzt deshalb erfolgte die Anmeldung zur Meisterschule schon kurz nach Abschluss seiner Ausbildung.
Blickt er heute auf die Meisterschule zurück, kommt Simon Hegel vor allem der starke Zusammenhalt in der Klasse ins Gedächtnis. „Man wusste, jeder der hier in der Klasse sitzt, der will auch. Man half sich gegenseitig, konnte sich unterstützen. Man ist einfach gerne hingegangen“, schwärmt der Handwerksmeister, dem auch die Exkursionen, wie zum Beispiel in ein Furnierwerk nach Tschechien, gefielen. Eine Zeit, die der Treuener anderen Gesellen empfehlen kann: „Als Tischlermeister hat man eine volle Bandbreite an Fähigkeiten. Und gerade in der heutigen Zeit, wo Vieles unsicher ist, ist es nie verkehrt, in sein eigenes Wissen zu investieren. Außerdem wird die Meisterausbildung gefördert, man sollte sich lediglich ein bisschen in die Formulare dafür einlesen.“
Und wie geht es weiter? Mittlerweile arbeitet Simon Hegel bei der Tischlerei Neumärker in Zwickau, davor war er noch in einem Konstruktionsbüro in Reinsdorf tätig. „Nur am Computer, das war aber nichts für mich“, sagt der 23-Jährige und fügt an: „Ich bin ein Mensch, der ein Ziel haben will. Neben meinem Angestelltenverhältnis möchte ich mir in den nächsten Jahren im Nebenerwerb etwas aufbauen.“ Spannende Vorhaben für Simon Hegel, der dafür auch die digitalen Unterstützungsangebote nutzen will: „Handwerk hat einfach goldenen Boden und KI kann manche Dinge vereinfachen. Aber niemals den Handwerker ersetzen. Dennoch finde ich, dass man sich der Digitalisierung nicht verschließen sollte, da man damit viel erreichen kann, wie zum Beispiel neue Kunden gewinnen.“ Kunden, die er auch für sein geplantes Nebengewerbe sicherlich gut gebrauchen kann.
Tipp: Die nächsten Vorbereitungskurse zum/zur Tischlermeister/-in gibt es hier