© Jan Görner

Caroline Bertl

Caroline Bertl ist Glasermeisterin und möchte ihr Wissen auch bald weitergeben

Caroline Bertl hat den Lehrgang der Glasermeister 2025 als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Die Lehre hat sie ebenfalls schon als Beste absolviert - und das mit 1,0. „Der nahtlose Übergang hat den Vorteil, dass man noch im Lernmodus ist”, sagt sie. Gelernt hat sie ihr Handwerk in der elterlichen Glaserei. Derzeit läuft alles auf die spätere Übernahme des Betriebes durch die derzeit 25-Jährige hin. Der Meisterbrief ihres Vaters Heiko Bertl ist auf das Jahr 1988 datiert. In seiner Brust schlagen bezüglich der Berufswahl seiner Tochter zwei Herzen. Er freut sich über die Fortsetzung seines Lebenswerkes, sieht jedoch auch die aktuelle wirtschaftliche Lage. Für Caroline Bertl stand es schon lange fest - Sie wollte in die beruflichen Fußstapfen ihres Vaters treten. Die Arbeit ist abwechslungsreich und erfordert Kreativität sowie Bewegung. Das alles ist ihr sehr wichtig. Stillstand gibt es für sie auch mit Blick auf ihre weitere Bildung nicht. Sie möchte sich keineswegs auf ihrem Meisterbrief ausruhen. Schon bald unterrichtet sie Erwachsene auf dem so genannten Glascampus in Torgau. „Da muss ich ohnehin ständig auf dem Laufenden sein”, freut sie sich auf die nächste Herausforderung. 

Der Alltag in der Glaserei Bertl in Döbeln bedeutet täglich Handwerk in Maßanfertigung. Als Grundlage dienen Glasplatten in verschiedenen Stärken von drei bis 15 Millimetern. Gearbeitet wird oft mit dem Glasschneider von Hand mit Hilfe von Schablonen. CNC-Technik kommt aber auch täglich zum Einsatz. Dieser technische Mix kommt der jungen Meisterin sehr entgegen. Er verlangt handwerkliches Geschick und zugleich Kenntnisse im Bereich Maschinentechnik sowie in IT. Unikate bearbeiten die Bertls oft von Hand. „Dafür lohnt sich das Erstellen eines CNC-Programms nicht”, so Caroline Bertl. Geliefert wird in erster Linie an Unternehmen. Tischlereien, Fliesenleger und andere Handwerksbetriebe verwenden das Glas. Auch Reparaturarbeiten nimmt das Unternehmen vor. Farbiges Glas kann ebenfalls verwendet werden. Allerdings sei das sehr teuer und deshalb selten nachgefragt. Das gilt auch für eher künstlerische Arbeiten. 

Regelmäßig schaut auch die Werkstattkatze Knäul vorbei. Sie gehört zur Familie. Caroline Bertls Freund ist übrigens ebenfalls Handwerksmeister. Allerdings hat er seinen Lehrgang im Fensterbau absolviert. Beide haben die Kurse gleichzeitig besucht. Bertl möchte anderen jungen Leuten Mut zusprechen, sich im Zweifel für einen Meisterlehrgang zu entscheiden.

Tipp: Die nächsten Vorbereitungskurse zum/zur Glasermeister/-in gibt es hier